Auf der Odoo Experience 2026 hat Odoo-Gründer und CEO Fabien Pinckaers neben Odoo 20 auch Änderungen am Preismodell angekündigt. Der Custom-Tarif wird teurer. Gleichzeitig kommt mit den Light Usern eine deutlich günstigere Benutzerart hinzu. Unternehmen können damit künftig genauer wählen, welche Lizenz Mitarbeitende für ihre Aufgaben benötigen.
Warum erhöht Odoo die Preise?
Odoo hat die Preise in den vergangenen Jahren trotz allgemein steigender Kosten weitgehend stabil gehalten. Als Gründe für die nun angekündigte Anpassung nannte Odoo unter anderem die Inflation der vergangenen Jahre, gestiegene Hardware- und Infrastrukturkosten für Serverressourcen sowie zunehmende Kosten rund um die Bereitstellung und Nutzung von KI-Funktionen.
Trotz des Preissprungs bleibt Odoo im Branchenvergleich eine der wirtschaftlichsten Lösungen am Markt. Andere große Software- und ERP-Anbieter haben ihre Lizenzgebühren in den letzten Jahren teilweise ebenfalls drastisch erhöht. Selbst mit dem neuen Tarif sichern sich Unternehmen mit Odoo nach wie vor ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Was ändert sich bei den Odoo-Preisen?
Am grundsätzlichen Preismodell aus One App Free, Standard und Custom hält Odoo fest.
Der Preis des Custom-Tarifs steigt um 6 € pro Benutzer und Monat – also rund 20 %.
Gerade Unternehmen mit Odoo.sh, On-Premise-Installationen, eigenen Entwicklungen, Odoo Studio, Multi-Company-Strukturen oder externen API-Anbindungen nutzen typischerweise den Custom-Tarif und sind entsprechend von der Änderung betroffen.
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Tarif |
Bisher |
Neu |
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Eine App gratis |
0 € |
0 € |
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Standard |
19,90 € |
19,90 € |
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Custom |
29,90 € |
35,90 € |
Preise pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung.
Neu: Light User für 7,90 € pro Monat
Neben der Preiserhöhung hat Odoo jedoch auch eine interessante neue Lizenzierungsoption angekündigt: den Light User für 7,90 € pro Benutzer und Monat.
Der Light User erhält einen regulären Zugang zum Odoo-Frontend, ist allerdings nicht für die klassischen ERP-Kernprozesse vorgesehen. Anwendungen wie Verkauf, Einkauf, Projekte oder Buchhaltung stehen einem Light User daher nicht als vollständige ERP-Nutzung zur Verfügung.
Stattdessen richtet sich die Lizenz insbesondere an Mitarbeiter, die Odoo nur für ausgewählte operative oder HR-bezogene Prozesse benötigen.
Enthalten sind nach der aktuellen Ankündigung unter anderem:
- Self-Onboarding und Mitarbeiterverzeichnis
- Abwesenheiten und Anwesenheiten
- Spesenabrechnung
- Mitarbeiterbeurteilungen und Mitarbeiterempfehlungen
- Kassensystem (Point of Sale)
- Barcode
- Werkstatt (Shopfloor)
- Planung
- Außendienst (Field Service, integriert in Planung)
Damit wird Odoo insbesondere für Unternehmen interessant, in denen viele Mitarbeiter zwar mit Odoo arbeiten sollen, aber keinen vollständigen ERP-Zugang benötigen.

Light User können die Mehrkosten teilweise auffangen
Die neue Lizenzart verändert die Betrachtung der Preiserhöhung durchaus.
Ein Unternehmen mit beispielsweise vielen Mitarbeitern in Produktion, Außendienst, Kasse oder Personalprozessen musste diese Anwender bislang gegebenenfalls als vollwertige Odoo-Benutzer lizenzieren. Künftig kann geprüft werden, ob für einen Teil dieser Mitarbeiter eine Light-User-Lizenz ausreicht.
Die neue Preisstruktur bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die gesamten Odoo-Lizenzkosten eines Unternehmens um 20 % steigen. Entscheidend wird künftig stärker sein, welcher Mitarbeiter tatsächlich welche Funktionen benötigt. Gerade bei größeren Benutzerzahlen lohnt es sich daher, die bestehenden Geschäftsprozesse, Rollen und Berechtigungen genauer zu analysieren.
Genau dabei unterstützen wir Sie gerne: Im Rahmen einer Odoo-Beratung betrachten wir gemeinsam mit Ihnen, welche Mitarbeiter welche Funktionen tatsächlich benötigen und wie sich die verfügbaren Lizenzmodelle sinnvoll auf Ihre Benutzerstruktur verteilen lassen. So können wir dabei helfen, die benötigten Lizenzen passend zu den jeweiligen Aufgaben zu allokieren und unnötige Mehrkosten zu vermeiden.
Light User gibt es erst mit Odoo 20
Für Bestandskunden gibt es dabei einen wichtigen Punkt zu beachten: Light User stehen erst ab Odoo 20 zur Verfügung.
Unternehmen, die aktuell beispielsweise Odoo 17, 18 oder 19 einsetzen, können die neue Lizenzierungsform damit nicht unmittelbar nutzen. Wer von den günstigeren Light-User-Lizenzen profitieren möchte, muss zunächst ein Upgrade auf Odoo 20 durchführen.
Damit kann sich für Bestandskunden eine interessante Rechnung ergeben: Auf der einen Seite steigen die Kosten für Custom-Lizenzen, auf der anderen Seite lassen sich möglicherweise zahlreiche bisherige Vollbenutzer künftig als Light User lizenzieren.
Was bedeutet das für Odoo-Bestandskunden?
Aus unserer Sicht lohnt es sich, die Änderung nicht nur als reine Preiserhöhung zu betrachten. Unternehmen sollten vielmehr prüfen, wie ihre bestehenden Odoo-Benutzer das System tatsächlich verwenden. Benötigt jeder Mitarbeiter Zugriff auf Verkauf, Einkauf, Projekte oder Buchhaltung? Oder gibt es Nutzer, die beispielsweise nur Abwesenheiten erfassen, an der Kasse arbeiten, Fertigungsaufträge in der Werkstatt bearbeiten oder ihre Außendiensteinsätze verwalten? Gerade bei größeren Installationen kann eine saubere Aufteilung zwischen vollwertigen Custom Usern und Light Usern künftig einen erheblichen Einfluss auf die monatlichen Lizenzkosten haben.
Wir unterstützen bei der Bewertung
Sie setzen bereits Odoo ein und möchten wissen, welche Auswirkungen das neue Preismodell auf Ihre Lizenzkosten hat? Oder überlegen Sie, ob sich ein Upgrade auf Odoo 20 durch die neuen Light User für Sie lohnt?
Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre bestehende Benutzer- und Lizenzstruktur zu analysieren, Einsparpotenziale durch Light User zu identifizieren und – wenn sinnvoll – auch das Upgrade auf Odoo 20 gemeinsam zu planen und durchzuführen.
So lässt sich aus der angekündigten Preisanpassung möglicherweise sogar eine Gelegenheit machen, die eigene Odoo-Landschaft und Lizenzierung grundlegend zu optimieren.
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