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SEPA 2026: Ist Ihr Odoo bereit für die neue PAIN-Version?

8. Oktober 2026 durch
SEPA 2026: Ist Ihr Odoo bereit für die neue PAIN-Version?
Uli Kessel

Eine Überweisung aus Odoo erstellen, die Datei an die Bank senden, fertig. So sollte Zahlungsverkehr funktionieren. Doch was passiert, wenn Odoo ein Format erzeugt, das die Bank irgendwann nicht mehr unterstützt?

Für 2026 waren Änderungen an den SEPA Dateiformaten und bei der Übermittlung von Adressdaten vorgesehen. Die geplante Abkündigung älterer Formate wurde inzwischen verschoben. Für Unternehmen ist das eine Gelegenheit, ohne Zeitdruck zu prüfen, ob ihr Odoo vorbereitet ist.

PAIN klingt kompliziert. Was steckt dahinter?

SEPA Zahlungsdateien basieren auf dem internationalen Standard ISO 20022. Die XML Dateien, mit denen Zahlungen angestoßen werden, heißen PAIN Dateien. PAIN steht für „Payment Initiation“.

 

Für Überweisungen und Lastschriften sind vor allem diese Versionen relevant:

Zahlungsart

Bisheriges Format

Neues Format

SEPA-Überweisung

pain.001.001.03

pain.001.001.09

SEPA-Lastschrift

pain.008.001.02

pain.008.001.08


Die älteren Formate sollten ursprünglich im November 2026 auslaufen. Diese Abkündigung wurde verschoben; ein neues Enddatum steht noch nicht fest. Welche Formate eine Bank aktuell annimmt, sollten Unternehmen direkt mit ihr klären.

Warum betrifft das Odoo?

Odoo kann sowohl SEPA-Überweisungen als auch SEPA-Lastschriften direkt als XML-Dateien erzeugen.

Welche PAIN-Version dabei verwendet wird, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

●       der eingesetzten Odoo-Version,

●       dem Aktualisierungsstand der Installation,

●       den installierten Zahlungsverkehrsmodulen,

●       der Konfiguration des Bankjournals

●       und gegebenenfalls eigenen oder zusätzlichen Modulen.

 

Besonders bei älteren oder selbst gehosteten Installationen lohnt sich ein Blick in die erzeugte XML Datei. Die Versionsnummer von Odoo allein verrät noch nicht, welches Format an die Bank übermittelt wird.

Überweisungen und Lastschriften getrennt prüfen

Am Anfang steht eine einfache Frage: Welche Bankkonten und Zahlungsarten nutzt Ihr Unternehmen in Odoo? Anschließend sollten für beide Verfahren Dateien erzeugt und geprüft werden.

 

Bei Überweisungen ist insbesondere pain.001.001.09 relevant. In aktuellen Odoo Versionen lässt sich das XML Format im Bankjournal konfigurieren. Entscheidend ist, ob die passende Version verfügbar und für die jeweilige Bank richtig eingestellt ist.

 

Bei Lastschriften geht es entsprechend um pain.008.001.08. Eine passende Einstellung für Überweisungen bedeutet nicht automatisch, dass auch der Lastschriftexport richtig konfiguriert ist.

Auch Adressen spielen eine Rolle

Bisher können Adressen im Zahlungsverkehr teilweise als freie Textzeilen übermittelt werden. Bei strukturierten Adressen stehen Angaben wie Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land dagegen getrennt voneinander. Ein hybrides Format kombiniert strukturierte Angaben mit freien Adressinformationen.


Vollständig unstrukturierte Adressen sollten ursprünglich ab dem 15. November 2026 nicht mehr zulässig sein. Auch diese Frist wurde verschoben. Sie dürfen vorerst weiterhin verwendet werden. Langfristig geht die Entwicklung jedoch zu strukturierten oder hybriden Adressdaten.

Sind die Adressen in Odoo dafür bereit?

Damit eine Adresse sauber in die Zahlungsdatei übernommen werden kann, müssen ihre Bestandteile auch in Odoo richtig hinterlegt sein. Statt die gesamte Anschrift in eine freie Zeile einzutragen, sollten die vorgesehenen Felder für Straße und Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land genutzt werden.


Gerade bei älteren Datenbeständen oder importierten Kunden und Lieferanten sind Adressen nicht immer einheitlich gepflegt. Deshalb lohnt sich neben der Prüfung der Zahlungsdateien auch ein Blick auf die Partnerstammdaten.

Braucht es jetzt ein großes Odoo Upgrade?

Nicht unbedingt. Falls eine benötigte PAIN Version nicht verfügbar ist, sollte zunächst die Ursache geklärt werden. Vielleicht reicht ein Update innerhalb der bestehenden Odoo Version, eine Aktualisierung einzelner Module, eine andere Konfiguration oder eine kleinere technische Erweiterung.


Vor allem bei selbst gehosteten Installationen ist es sinnvoll, den technischen Stand zu prüfen, bevor über einen Wechsel der Odoo Hauptversion entschieden wird. Wenn ein Versionswechsel notwendig oder sinnvoll ist, unterstützen wir Sie gerne bei Ihrem Versionsupgrade.

Der wichtigste Schritt: mit der Bank testen

Eine geänderte Einstellung im Bankjournal ist noch kein Beleg dafür, dass die Bank die Datei annimmt. Unternehmen sollten daher mit realistischen Beispieldaten in einer Testumgebung neue Dateien erzeugen und prüfen:

●       Stimmt die PAIN Version?

●       Ist die XML Datei formal korrekt?

●       Sind IBAN, Referenzen und Zahlungsinformationen vollständig?

●       Werden Lastschriftmandate richtig übertragen?

●       Sind die Adressdaten korrekt enthalten?

●       Akzeptiert die Bank die Datei ohne Fehler?


Wer frühzeitig mit seiner Bank testet, kann zugleich klären, welche Formate sie unterstützt und welche Annahmefristen gelten.

Vier Schritte für Ihre Prüfung

  1. Erfassen Sie die Bankkonten und SEPA Verfahren, die Sie in Odoo nutzen.
  2. Vergleichen Sie die PAIN Versionen Ihrer erzeugten Dateien mit den Anforderungen Ihrer Bank.
  3. Prüfen Sie die Einstellungen in Odoo, die eingesetzten Module und Ihre Adressdaten.
  4. Nehmen Sie nötige Anpassungen vor und testen Sie neue Dateien gemeinsam mit der Bank.

Gut vorbereitet auf kommende SEPA Änderungen

Ob Überweisung oder Lastschrift: Entscheidend ist, dass die Zahlungsdateien aus Odoo zu den Anforderungen Ihrer Bank passen. Die Fristen für ältere Formate und unstrukturierte Adressen wurden zwar verschoben. Unternehmen können die zusätzliche Zeit aber nutzen, um ihre Einstellungen und Stammdaten zu prüfen und mögliche Anpassungen gezielt anzugehen.

Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, helfen wir Ihnen gerne weiter.


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